02.09.2019 / Medienmitteilung / /

Klimawandel stoppen: Wir packen an!

Potenziale bei Mobilität sowie Land- und Forstwirtschaft.

In der Aula der Kantonsschule Romanshorn fand am 29. August ein Informations- und Diskussionsabend zu diesem Thema statt.  Sandra Stadler moderierte den Anlass kompetent und charmant.

Kantonsrat Josef Gemperle führte engagiert in die Thematik ein. Er zeigte auf, welche Auswirkungen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern auf die Treibhausgasemissionen und die Klimaerwärmung hat. Im Rahmen der Pariser Klimakonferenz hat sich die Schweiz zur Halbierung des CO2-Ausstosses bis 2030 verpflichtet. Letzte Woche hat der Bundesrat das Ziel verabschiedet, keine Treibhausgasemissionen mehr ab 2050. Neue Studien zeigen, dass dies machbar ist. Gemäss Gemperle braucht es nun aber in den Bereichen Energie und Klima Taten.

Ständerätin Brigitte Häberli orientierte über den Stand der Revision des CO2-Gesetzes. Die vorberatende Kommission des Ständerats schlägt griffige Massnahmen vor, wie z.B. eine Flugticketabgabe oder CO2-Grenzwerte für Gebäude und LKW, welche in der Herbstsession beraten werden.

Gemäss Christian Bach von der Empa ist die Ablösung der fossilen Energieträger zweigeleisig anzugehen. Einerseits mit erneuerbarer Energie betriebene Elektrofahrzeuge für kürzere Strecken. Andererseits mit synthetischen Treibstoffen und mit Wasserstoff betriebene Nutzfahrzeuge und Autos für längere Strecken. Wichtig ist, dass die benötigte erneuerbare Energie aus Überschüssen gewonnen wird und nicht andere Einsatzgebiete konkurrenziert. Dazu sind effiziente und umweltverträgliche Speichersysteme notwendig.

Patrick Rinaldi erläuterte das Thurgauer Förderprogramm Elektromobilität. Wer ein rein elektrisches, ein wasserstoffbetriebenes Fahrzeug oder einen Elektrizitätsspeicher anschaffen und von den Fördergeldern des Kantons profitieren will, muss vor der Anschaffung einen Antrag stellen.

Peter Schweizer erklärte, wie CO2 für den Bodenaufbau genutzt werden kann. Der Kohlenstoff gelangt über Wurzelausscheidungen und über die Biomasse in den Boden und dient dort als Nahrung für die zahlreichen Bodenorganismen. Im biologischen Prozess wird er in den Humus eingebaut.

Josef Grob zeigte anschaulich auf, welche Rolle der Wald im CO2-Kreislauf spielt und welche ökologischen Leistungen er erbringt. So bindet ein m3 Holz mittels Photosynthese 1 Tonne CO2 oder 10 Tonnen pro Hektare und Jahr. Holz als Baustoff ersetzt den von fossiler Energie abhängigen Beton. Für das neue Primarschulhaus in Romanshorn wurden 350 m3 Holz verbaut. Dieses Holz kann am Ende seiner Nutzungsdauer klimaneutral zur Wärmeproduktion verwendet werden. Bis dann ist das CO2 gebunden.

Die Referentinnen und Referenten (v.l. nach r.):  Christian Bach, Josef Gemperle, Sandra Stadler (Moderation), Patrick Rinaldi, Brigitte Häberli, Josef Grob und Peter Schweizer.