09.01.2020 / Grossrat / /

Bericht aus der CVP/EVP-Fraktion und dem Grossen Rat vom 8. Januar 2020 Kantonsrat Ernst Zülle Kreuzlingen

Hansdampf(t) in allen Gassen

An der ersten Grossratssitzung im neuen Jahr stand eine Motion im Vordergrund, welche auf die Verstärkung des Jugendschutzes abzielte. Mit dem Titel  „Jugendschutz auf E-Zigis und Co. ausweiten“ beantragten die Motionäre unserer Fraktion, Elisabeth Rickenbach (EVP, Thundorf) und Franz Eugster (CVP, Bischofszell) unter anderem eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Verkauf von Tabakwaren, E-Zigaretten und CBD-Raucherwaren von 16 auf 18 Jahre.

Ein neuer Trend macht landauf, landab die Runde. Überall riechbar ist der Dampf aus E-Zigis von Waldbeer- bis Whisky-Geschmack. Gerade junge Leute werden erfolgreich zum Einstieg in die neue Dampfwelt beworben, indem die Produkte als unschädlich angepriesen werden. Vor allem Jugendliche fühlen sich angesprochen und trendig. Die Werbung suggeriert genau diese verlockende Unbedenklichkeit. Das Verdampfen statt Verbrennen hat zugegeben auch Vorteile. So gibt es Raucherinnen und Raucher, hier schliesse ich mich mit ein, die den Ausstieg aus der Rauchsucht mit dem Wechsel geschafft haben.

Es ging den Motionären nicht darum, das Dampfen zu verbieten, vielmehr sollte der Jugendschutz ausgedehnt werden. Das Dampfen, gerade mit Nikotin, kann zur Sucht führen und später sogar im umgekehrten Sinn den Umstieg zum Tabak rauchen fördern. E-Zigaretten und andere Dampfgeräte sind vermeintlich harmlos. Deshalb sollten junge Leute davor geschützt werden. Je früher Jugendliche mit rauchen, bzw. dampfen, anfangen, desto schwieriger ist es von der Sucht wieder los zu kommen.

Es gibt Staaten, in denen E-Zigaretten aufgrund von gesundheitlichen Bedenken bereits verboten sind. Soweit wollen die Motionäre nicht gehen, sondern das Mindestalter für den Kauf von Tabakwaren, E-Zigaretten und CBD-Raucherwaren von 16 auf 18 Jahre erhöhen, sowie eine Werbeeinschränkung und den Passivraucherschutz verstärken. Der Regierungsrat beantragte die Motion erheblich zu erklären. Der Rat stimmte der Motion, respektive der Erheblicherklärung, mit 100 Ja zu 7 Nein zu.